Pressemitteilung

 

14.06.2010

Generationswechsel in den Familotels

Junghoteliers bleiben der Dachmarke treu

In zahlreichen der insgesamt 53 Familotel Mitgliedshäusern findet derzeit bei der Unternehmensführung der Stabwechsel von der Elterngeneration an die nachfolgende Generation statt. Damit der Generationswechsel innerhalb eines Familienbetriebs reibungslos vonstatten geht, müssen wichtige Grundsätze frühzeitig geklärt werden. Denn häufig sind bei dem Übergabeprozess innerhalb der Familie Emotionen wie Abschied, Loslassen, Tolerieren, Respekt und Vertrauen im Spiel.

So unterschiedlich die einzelnen Mitgliedshäuser von Familotel sind. In einem Punkt ist sich die nachfolgende Generation der Jung-Hoteliers einig. Sie setzt die Familientradition fort und bleibt der Dachmarke Familotel treu. Im Übergabeprozess hat sie die Vorteile der führenden Kooperation für Familienhotellerie wie beispielsweise Schulungsangebote für Mitarbeiter, Unterstützung bei Marketingmaßnahmen, Werbemitteln und Ausstattung sowie Einkaufsberatung und individuelle Betreuung vor Ort kennen gelernt.

Im Familotel Allgäuer Berghof ist die Unternehmensnachfolge in vollem Gange. Hannes Neusch, der Besitzer des Hotels und Gründer der Familotel Hotelkooperation, legt sehr großen Wert darauf, dass der Generationswechsel wohlüberlegt und besonnen abläuft. Mit der Übergabe des Hotels an seinen Sohn Christian Neusch ist der Allgäuer Berghof bereits in vierter Generation in Familienhand.

Häufig scheitern Betriebsübergaben an den Geschwistern und deren Erbteilansprüchen. Bei der Familie Neusch herrschte von Anfang an Einigkeit. Nachdem 2004 der jüngste Sohn Michael volljährig war, zog die Familie einen externen Mediator hinzu, um gemeinsam mit ihm das Thema Generationswechsel zu besprechen.  „Mir war es sehr wichtig, dass die Nachfolge reibungslos verläuft und dass sich keines meiner drei Kinder übergangen oder benachteiligt fühlt", so der 60-jährige Hannes Neusch. In gemeinsamen Gesprächen, die seit Beginn der Übergangsphase einmal jährlich mit einem Mediator stattfinden, kam die Familie überein, dass der älteste Sohn Christian die Unternehmensfolge antritt. Damit der Allgäuer Berghof weiterhin erfolgreich geleitet werden kann, sprach sich die Familie gegen eine Aufspaltung  des Betriebs aus. Im Rahmen des Generationswechsels erhalten die beiden Geschwister des künftigen Hoteleigentümers ein vom Hotelbetrieb unabhängiges Gebäude auf dem Anwesen.

Fruchtbare Zusammenarbeit von Vater und Sohn
Sohn Christian Neusch stieg  2006 nach Betriebswirtschaftsstudium und Berufserfahrung in internationalen Hotels mit 28 Jahren in den elterlichen Betrieb mit ein. Die Aufgabenbereiche haben Vater und Sohn klar aufgeteilt. Christian Neusch kümmert sich um den operativen Teil, Hannes Neusch um die Strategie. Auf die Unternehmensentwicklung des Allgäuer Berghofs hat sich die Zusammenarbeit von Vater und Sohn durchweg positiv ausgewirkt. „Das Marketingwissen meines Sohns sowie seine Affinität zu den neuen Medien ist eine wahre Bereicherung für unser Hotel" erzählt Hannes Neusch. „Trotz allgemein schlechter wirtschaftlicher Lage können wir im Allgäuer Berghof stetige Zuwachsraten verzeichnen." Spätestens 2015 soll der gesamte Übergabeprozess abgeschlossen sein. „Klar ist es unangenehm, sich mit dem Thema Alter und Abschied vom Berufsleben zu beschäftigen. Doch dank der langen Abschiedsphase von zehn Jahren bekomme ich die Wermutstropfen in gut verträglichen homöopathischen Dosen verabreicht", so Hannes Neusch.

Seit 2007 läuft im Familotel Ebbinghof im Sauerland der Generationswechsel. Dabei ist der formelle Prozess seit Anfang 2008 abgeschlossen. Seitdem leitet Daniela Tigges-Mörchen den Hotelbetrieb. Begleitet hat den Übergabeprozess ein Senior-Berater der örtlichen Industrie- und Handelskammer. Er hat Vater Johannes Tigges und Tochter Daniela Tigges-Mörchen beim Übergabeprozess beraten und lobt die Übergabe als ausgesprochen harmonisch.

Für die gelernte Hotelfachfrau war nicht von Anfang an klar, dass sie eines Tages das elterliche Unternehmen übernimmt. Ihre beruflichen Entscheidungen hat die heute 31-jährige aber alle mit Bedacht auf eine mögliche Betriebsübernahme getroffen. Nach Stationen im In- und Ausland und einer Ausbildung zur Hotelbetriebswirtin an der Wirtschaftsschule für Hotellerie und Gastronomie (WIHOGA) in Dortmund wusste Daniela Tigges-Mörchen, dass das Sauerland ihr Zuhause ist. So kehrte sie  2007 in ihren Heimatort zurück und arbeitete mit im Ebbinghof. Ihre Entscheidung, die Nachfolge des Vaters anzutreten, wurde von ihren beiden Brüdern ohne jegliche Probleme akzeptiert.  „Am Anfang teilten mein Vater und ich uns die Verantwortung im Verhältnis 80 zu 20. Inzwischen entscheide ich die wesentlichen Dinge im Unternehmen" erklärt Daniela Tigges-Mörchen. „Bei großen Angelegenheiten ziehe ich immer noch meinen Vater als erfahrenen Ratgeber hinzu", so die Jungunternehmerin.

Zügige und reibungslose Übergabe im Ebbinghof
Der formale Übergabeprozess hat insgesamt ein Jahr gedauert. Probleme, die Verantwortung an die jüngere Generation zu übergeben, gab es im Ebbinghof keine. Vater Johannes hatte den Betrieb in den sechziger Jahren von einem Bauernhof zu einem Gästebetrieb umfunktioniert. „Als Quereinsteiger in die Hotellerie ist es mir leicht gefallen, das Zepter an meine Tochter zu übergeben. Als ausgebildete Hotelfachfrau hat sie fundiertes Fachwissen und umfangreiche Erfahrungen mit in unseren Familienbetrieb eingebracht. Das hat sich positiv auf die Organisationsstruktur unseres Hotels ausgewirkt", so der 63-jährige. Die Verantwortungsbereiche sind klar aufgeteilt. Daniela Tigges-Mörchen kümmert sich um die betrieblichen Abläufe und das Marketing.

Seit der Betriebsübernahme hat sie die interne Kommunikation durch Mitarbeitschulungen und eine neue Organisationsstruktur ihrer 40 Angestellten optimiert. Vater Johannes Tigges ist für die Gästebetreuung verantwortlich. Und das macht er mit Leib und Seele. Als „Bauer Johannes" stellt der gelernte Landwirt den kleinen Gästen das Leben auf dem Bauernhof vor. Er geht mit ihnen Kartoffeln pflanzen und sucht mit den Kindern im Hühnerstall die Frühstückseier für den nächsten Tag. Abends kümmert er sich an der Theke um das Wohlergehen seiner erwachsenen Gäste.



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