Wer fliegt denn da?

Tipps zur Vogelbestimmung.

Sie sind klein, schnell und wahre Flugkünstler. Und ein Spaziergang im Grünen wird erst mit ihrem vielseitigen Gesang zum echten Naturerlebnis.
Über 300 Vogelarten gibt es in Deutschland, doch nur die wenigsten von uns kennen sie alle. Manche Arten lassen sich nur durch kleine, kaum sichtbare Merkmale sicher unterscheiden, andere sind bekannt wie bunte Hunde bzw. natürlich bunte Vögel. 

Wen kennen Sie? Können Sie einen Buchfink von einem Rotkehlchen unterscheiden?
Wir stellen Ihnen die wichtigsten Gartenvögel kurz vor, damit Sie wissen, wer da regelmäßig zum Futterhäuschen fliegt. 
 

Kohlmeise – Parus major

Die Kohlmeise ist die größte und häufigste Meisenart in unseren Gärten. Sie ist klar erkennbar am schwarz-weißen Kopf, der gelben Brust und dem auffälligen schwarzen Bauchstreifen. Die Kohlmeise ist ganz und gar nicht schüchtern und baut ihre Nester vorzugsweise in Baumhöhlen oder Felsspalten. 

Es soll nicht selten vorkommen, dass die Kohlmeise ihr Nest auch in Briefkästen einrichtet. 
 

Blaumeise – Cyanistes caeruleus

Die Blaumeise kennen wir alle. Dieser besonders hübsche und auffällige Vogel ist in fast jedem Garten zuhause. Die Blaumeise ist leicht an ihrer ausgeprägten hellblauen Kopfplatte zu erkennen. Sie ist deutlich kleiner als die Kohlmeise und wiegt nur so viel wie eine 20-Cent-Münze. 

Blaumeisen fallen auch durch ihre freche Art auf. Hin und wieder geraden die kleinen Vögelchen mit anderen Vogelarten in Streitereien. 
 

Haussperling („Spatz“) – Passer domesticus

Den Haussperling kennen wir besser unter dem Namen Spatz. Der Spatz hat es in viele Geschichten und Sprichwörter geschafft und ist ein sehr geselliger Vogel, der bei der Nistplatzwahl nicht wirklich wählerisch ist. Erkennbar sind Männchen und Weibchen am kräftig schwarz-braun gestreiften Rücken. 

Im 19. Jahrhundert wurden die Spatzen großflächig bejagt, da sie als Schmarotzer galten, die den Menschen die Samen auf den Feldern wegfressen. 
 

Buchfink – Fringilla coelebs

Die auffällig gemusterten Buchfinken sind sehr häufige Gäste in Gärten, Parks und Wäldern. Das Männchen ist prächtig gefärbt, Brust und Rücken sind rostrot, Nacken und Scheitel blaugrau. Buchfinken suchen ihr Futter hauptsächlich am Boden und fliegen im Verbund wellenartig durch die Luft.

Berühmt ist der Buchfink für seinen unverkennbaren Gesangsstil.
Kurios: Buchfinken haben unterschiedliche regionale Dialekte.

Grünfink – Carduelis chloris

Ein wahrlich schillernder Vogel, der Grünfink. Optisch wie akustisch. In leuchtendem Grün und Gelb kommt er daher. Laut und präsent ist er und singt fast schon kanarienvogelartig. Die Männchen sind an Brust und Bauch gelbgrün, am Rücken moosgrün. Das Weibchen ist gräulich grün, mit bräunlichem Mantel und weniger gelben Federn an Flügeln und Schwanz.

Der Grünfink fällt auch schon mal durch etwas ruppiges Verhalten an der Futterstelle auf, kleinere Vögel haben hier das Nachsehen. 
 

Rotkehlchen – Erithacus rubecula

Das Rotkehlchen steht in der Beliebtheitsskala der Vogelarten weit oben. Mit seiner orangefarbenen Brust und Kehle ist es ein unverwechselbarer Hingucker. Und auch das Hinhören macht beim Rotkehlchen wahre Freude. Es ist der vielleicht bester Sänger bzw. die beste Sängerin im Garten. Denn beim Rotkehlchen singen nicht nur die Männer, auch die Weibchen können durchaus mithalten, wenn auch etwas leiser.

Während viele Vögel gerne auf Körnerjagd gehen, ernährt sich das Rotkehlchen vor allem von Kleintieren, die es hüpfend am Boden jagt. Von Insekten und Spinnen bis hin zu Würmern und Schnecken ist alles dabei. 
 


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