Das Kind benutzt Schimpfwörter - Wie reagiert man richtig?

"Mama ist doof!" - Solch ein Satz vom eigenen Dreikäsehoch, ganz plötzlich und wie aus dem Nichts, kann Eltern ganz schön erschrecken. Wie kommt der Knirps denn nur auf so was? Muss man sich Sorgen machen? Und wie soll Mama auf so eine „Ansprache“ am besten reagieren?

Noch keine drei Jahre alt, und schon hört Papa seine Jüngste zum ersten Mal „Scheiße“ sagen. Kann das wahr sein? Ja, und es ist auch nicht schlimm. Denn Papa hat kurz zuvor selbst leise geflucht und diesen Begriff gebraucht.

Auch die „blöde Kuh“, mit der er Mama aus der Fassung bringt, hat das Söhnchen irgendwo aufgeschnappt. Kleinkinder imitieren ihr Umfeld ganz einfach ständig. Das gehört zum Lernen dazu, deshalb ist die Vorbildfunktion der Großen so wichtig. Heißt das, Papa soll jetzt gleich mal sein Entsetzen kundtun und klarmachen, dass man so ein „schlimmes Wort“ nicht sagen darf?

Nein, denn dann würde es nur noch interessanter: Zwar hat der Zwerg keine Ahnung, was er eigentlich sagt, aber er bekommt jedenfalls ordentlich Aufmerksamkeit. Dazu kommt: Etwas zu tun, was die Großen tun, heißt, auch ein Großer zu sein – also dazuzugehören.

Bei etwa Fünfjährigen kann man dann anfangen, die Bedeutungen von Schimpfworten zu erklären und dass es verletzend ist, zu jemandem „blöde Kuh“ oder „Penner“ zu sagen. So wird das Tabu gebrochen, und die Begriffe verlieren an Reiz für die Kids, wenn sie verstehen, was man wann und warum besser nicht sagt. Bei den schon größeren Kindern können Kraftausdrücke genau wie bei den Erwachsenen einfach ein Dampfablassen sein. Auch hier am besten nicht empört oder gereizt reagieren, sondern vielmehr gelassen – und nachfragen: Ist was nicht okay? Das nimmt der Situation die Schärfe und baut den Halbwüchsigen eine Brücke, auszusprechen, was Sache ist.

 

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