Depressive Eltern - Stimmungstief statt Glücksgefühl

Viele Monate freut sich die künftige Mama auf ihr Kind, bereitet sich vor, schwelgt in Zukunftsvisionen, wie das Leben mit dem Baby sein wird. Und dann ist das Kleine endlich da – und die junge Mutter versinkt in einem scheußlichen Stimmungstief. Was ist nur los?

Sie fühlen sich schlimm an, diese „Heultage“ (so heißen sie tatsächlich) kurze Zeit nach der Geburt. Wer sie erlebt, glaubt sich damit „mutterseelenallein“ auf der Welt – und verurteilt sich meist auch noch dafür, kreuzunglücklich zu sein anstatt wie erwartet auf Wolken zu schweben. Dabei geht das sehr vielen jungen Müttern so, und es ist auch gar nicht so verwunderlich: Schließlich bringen Schwangerschaft und Geburt große und umfassende Veränderungen.

Das beginnt mit dem starken Hormongeschehen im Körper, das wesentlich zum Stimmungstief beiträgt. Weiter entwickeln sich trotz aller Vorfreude und Vorbereitung auch Ängste: Kriege ich das alles wirklich hin? Kann ich eine richtig gute Mutter sein? Mit dem Selbstanspruch, in jeder Hinsicht das Allerbeste zu geben, überfordern sich viele Frauen von vornherein und werden von der eigenen Seele ausgebremst. Manchmal kann sich eine echte Depression entwickeln, und dann braucht man ärztliche und psychologische Hilfe. Doch in der Regel bleibt es beim vorübergehenden Stimmungstief. Und die beste „Medizin“ dagegen ist die Geduld mit sich selbst und das Gespräch mit Partner, Eltern, Freunden, mit der Hebamme, mit dem Arzt des Vertrauens. Helfen kann auch der Kontakt mit anderen betroffenen Frauen. Es gibt viele entsprechende Selbsthilfegruppen und Netzwerke.

  • Machen Sie sich bewusst, was die Fachleute bestätigen: Es ist überhaupt nicht selbstverständlich, vor Glück überzulaufen als frischgebackene Mutter. Die Herausforderung der Mutterschaft ist groß, und das Lernen und Meistern der vielen Aufgaben eine riesige Leistung. Wer würde da nicht auch mit Unsicherheit und Ängsten kämpfen? Sich das in aller Ruhe schon in der Schwangerschaft klar zu machen muss der Vorfreude auf das Baby keineswegs Abbruch tun.
  • Kümmern Sie sich zudem von Anfang an gut um sich selbst. Dazu gehört, auf innere Signale des „jetzt brauche ich Hilfe“ zu hören und liebe Menschen um einen herum um Unterstützung zu bitten. Sie warten ja nur darauf!

 

Alle Erziehungstipps lesen