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Elternliebe - Das tollste Kind der Welt

Seit die beste Freundin Mutter geworden ist, kommen täglich die neusten Bilder per Smartphone-App, und am Telefon oder beim Treffen im Café geht es nur noch um den Nachwuchs und wie großartig er sich entwickelt. Dahinter steckt mehr als purer Stolz.

„Du wirst es nicht glauben: Marie kann schon...“ – „Gestern hat Max zum ersten Mal...“ – „Schau mal, Sophie ist wirklich unglaublich...“ Manchmal ertappt sich die kinderlose Anna dabei, innerlich die Augen zu verdrehen, wenn ihre Freundinnen (und Freunde) endlos von nichts Anderem als ihren Kids sprechen. 

Bild: © Pixabay.com

Wie kann man nur so überdreht sein? Dabei können die jungen Eltern zum Teil gar nicht anders: Die Natur sorgt dafür, dass wir mit dem Nachwuchs eine enge Bindung eingehen, die sehr emotional ist und uns das kleine Wesen nicht objektiv, sondern subjektiv betrachten lässt – so wird es für seine Erzeuger zum großartigsten Kind der Welt. Wozu ist das gut? Ganz einfach: Es bedeutet immensen Aufwand und kostet viel Lebens-Energie, so ein Menschlein großzuziehen. Das schafft man nur, wenn man stark motiviert ist. Rein biologisch betrachtet, sind wir nur dazu da, uns fortzupflanzen: Der Nachwuchs muss über die Runden kommen. Menschliche Babys werden im Vergleich zu denen vieler anderer Säugetiere sehr unreif geboren und brauchen über viele Jahre intensive Pflege und Zuwendung. Deshalb hat die Natur Verhaltensweisen entwickelt, die dafür sorgen, dass wir am Ball bleiben. Hormone fluten das Gehirn der Mütter, damit sie in dem hilflosen Neugeborenen, das längere Zeit kaum mehr tut als schreien, schlafen und verdauen, das schönste und wunderbarste Wesen sehen, das es nur geben kann. Studien haben gezeigt, dass im Mutterhirn (in der westlichen Welt) die Areale für kritisches Urteilen sozusagen kaltgestellt sind beim Anblick des eigenen Kindes. Zugleich sind die Belohnungs-Mechanismen besonders aktiv. So werden schlaflose Nächte und das Sich-Kümmern rund um die Uhr in Kauf genommen und ertragen. Seitdem Anna das alles weiß, hört sie ihren Freundinnen viel geduldiger zu beim Schwärmen über ihre Wunderkinder.

 

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