Kinder streiten - Was soll man tun?

„Das ist mein Teddy, gib ihn her!“ – „Aber du hast mit meinem auch schon gespielt!“ – „Mir doch egal!“ – Die Schwester zieht am Teddybein, der Bruder am Teddyarm, der Streit schaukelt sich hoch. Die Eltern hören das Geschrei und fragen sich: Mahnend eingreifen? Versuchen zu schlichten? Oder gar nichts tun?

Auf jeden Fall: Ruhig bleiben. Kinder zanken sich, das ist normal. Und es hat auch seinen Sinn, sagen Kinderpsychologen. Es gehört zum Lernprogramm beim Großwerden, die Kinder machen die Erfahrung von Konflikten. Jeder Kinderstreit ist praktisches „Üben“, wie man sie löst. Das ist ein Schritt-für-Schritt-Prozess.

Zuerst hat das Kind gelernt: „Das ist meins“. Abgeben oder teilen können ist ein neuer Lernschritt. Den sollte man nicht mit Mahnungen erzwingen wollen. Das Eigene zu verteidigen ist wichtig und die Voraussetzung dafür, später zu begreifen, dass das auch für Andere gilt. Mit etwa drei Jahren sind Kinder dazu fähig, sich in andere hineinzuversetzen.

In einen Streit einzugreifen ist okay (und geboten, sollte das Ganze handgreiflich werden), aber nicht mahnend, sondern konstruktiv. Zum Beispiel, indem alternative Lösungen aufgezeigt werden. Mama holt zum Beispiel den anderen Teddy herbei, der verlassen in der Ecke liegt, streichelt ihn und sagt: Guck mal, dein eigener Teddy ist so allein und traurig, und er freut sich ganz arg, wenn du erst mal mit ihm spielst. – Das klappt vermutlich nicht gleich beim ersten Mal, es braucht Wiederholungen, viel Geduld und anerkennendes Verständnis für die Bedürfnisse der Kinder. Und siehe da: Es kommt der Tag, an dem die kleinen Streithähne ihre Teddys einträchtig miteinander teilen.

 

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