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„Jetzt beeil´ dich doch mal!“

 

Ein straffer Tagesplan, der sowieso kaum zu schaffen ist – und dann auch noch das ewige Trödeln der Kinder. Der Druck wächst, die Ungeduld auch, die Laune in der Familie nähert sich dem Tiefpunkt.

 

Wie kommen wir raus aus diesem Teufelskreis? 

Träumende und trödelnde Kinder, dem Zeitdruck unterworfene Eltern: Zwei völlig konträre Lebenswelten, die absolut unvereinbar scheinen. Halten wir einen Moment inne und beobachten das Kind, anstatt es durch Ermahnungen vom Trödeln abzubringen: Da sitzt es mitten im Kinderzimmer, sollte längst fertig zum Abmarsch sein – und ist stattdessen versunken in irgendein Spiel, in ein Bilderbuch, in einen Tagtraum.

Kinder haben die Fähigkeit, sich im Augenblick zu verlieren, alles andere auszublenden. Ist das nicht eigentlich beneidenswert? Wünschen wir Erwachsenen uns das nicht auch, dieses selbstvergessene Loslassen, kleine Auszeiten der Erholung, weil wir doch dringend Pausen brauchen? Wir haben verlernt, was unsere Kinder noch können, und wir sollten sie dabei unterstützen, die Kunst des Trödelns und Tagträumens zu bewahren, denn sie ist kostbar.

Leicht gesagt?

Stimmt, den Termindruck einfach auszublenden ist kaum machbar. Aber es gibt Alternativen zum Drängeln und Antreiben (das ohnehin kaum was nützt). Vielleicht abends die Anziehsachen schon mal rauslegen?

Lustige Variante: Unterwäsche neben das Bett, Socken / Strümpfe vor die Kinderzimmertür, Hose und Shirt oder Kleidchen ins Bad – das Kind zieht sich so auf dem Weg zum Frühstück an.

Noch wichtiger: Das Pensum des Kindes reduzieren. Überforderte Kinder trödeln erst recht, schon aus Selbstschutz.

Der Hausaufgaben-Marathon zum Beispiel dauert oft viele Stunden. Das macht todmüde und lustlos, und das Ergebnis ist oft mangelhaft. Sprechen Sie mit LehrerInnen über das Problem und schlagen Sie ein Zeitlimit vor: Je nach Alter beispielsweise eine Stunde, mehr nicht. Das motiviert das Kind zu konzentrierter Arbeit, wenn es nachher aufhören darf.

Und der schönste Tipp: Drehen Sie den Spieß um und lernen Sie von Ihrem Kind! Tagträumen und Trödeln tun so gut, man erholt sich dabei – und lernt obendrein, dem Zeitdruck gegenüber etwas gelassener zu werden. 

 

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