Kinder und Vorurteile - "Dicke sind doof"

Der Mensch muss die Welt um ihn herum „sortieren“, um zurechtzukommen. Kinder lernen ab etwa vier, fünf Jahren, dass es Kategorien gibt: Das Geschlecht zunächst, dann auch andere Gruppen, zu denen der eine zählt und die andere nicht. Diese Unterschiede sind von sich aus wertfrei. Erst durch Erfahrung mit den Dingen entsteht eine eigene Bewertung und Beurteilung. Wenn aber ohne jede Erfahrung geurteilt wird, dann nennt man das Vorurteil. Und Eltern können viel dazu tun, dass Kinder so weit wie möglich ohne Vorurteile aufwachsen.

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Kinder speichern ab, was sie bei Mama und Papa sehen: Wenn die Eltern im Alltag die Haltung ausdrücken, Menschen mit anderem Aussehen, zum Beispiel aus anderen Ländern, oder dicke Leute oder Behinderte seien nicht okay, dann wird ihr Kind diese Überzeugung erstmal übernehmen. Ein Vorurteil ist eine meist negative Einstellung zu Menschen oder auch Umständen, die ohne eigene praktische Erfahrung entsteht. „Ausländer sind gefährliche Menschen“ oder „dick sein ist hässlich“– wenn Kinder solche Aussagen von Menschen vermittelt bekommt, denen es blind vertraut, wird es das unbesehen glauben. Vorurteile können zu Intoleranz und Diskriminierung beitragen.

Das lässt sich vermeiden, wenn die Kleinen durch soziale Kontakte und eigene Erfahrungen – immer unter den liebevollen und achtsamen Augen der Großen – erleben, wie das Fremde, das Andere im richtigen Leben ist. Dabei lernen sie natürlich auch, dass nicht jeder Mensch nett und freundlich ist. Das gehört dazu, aber es führt nicht zu Vorurteilen, sondern zu Vorsicht und Selbstschutz, zur Unterscheidungskompetenz: Menschen sind verschieden, aber nicht wegen irgendwelcher Äußerlichkeiten oder einer bestimmten Gruppenzugehörigkeit.

 

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