Mobbing im Kindergarten

Der kleine Max reißt dem gleichaltrigen Jakob das Spielzeug aus der Hand. „Das ist meins!“
Schnell gibt es Geschrei, aber ebenso schnell ist auch wieder Ruhe, meist von ganz alleine. Kinder streiten und vertragen sich, das gehört dazu.

Wenn es aber immer wieder Hänseleien und womöglich körperliche Attacken gibt, und das schon im Kindergarten? Mobbing im Kindergarten ist keine Kleinigkeit. Wie können Eltern damit umgehen? 

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Gespräche fördern und suchen

Streiten macht Sinn, denn Kinder lernen dabei, wie man Konflikte lösen kann. Wenn aber ein Kind das andere bewusst ärgert, nur um es zu quälen, muss man eingreifen.

Grundsätzlich wichtig ist ein enger Kontakt zwischen Eltern und Kindern, damit stabiles Vertrauen entsteht und die Kleinen ihre Sorgen den Großen auch mitteilen. Stellt sich heraus, dass der Sohnemann ständig von einem anderen Kind im Hort oder in der Vorschule gepiesackt oder gar gehauen wird, sollte zunächst das Gespräch mit den Erzieher*innen gesucht werden, um die Lage zu klären.

Eine Möglichkeit wäre dann, das Thema auf kindgerechte Weise anzugehen, etwa mit einer Gesprächsrunde über das Thema Hänseln und die Frage an die Gruppe, was man da wohl tun könne. Das bringt die Kinder zum Nachdenken, ohne Einzelne als Opfer oder Täter zu outen.

Umgang mit Aggressivität

Wer einen anderen beschimpft oder aggressiv angeht, hat in der Regel selbst Probleme, egal in welchem Alter.
Experten sehen dahinter das Prinzip „geteiltes Leid ist halbes Leid“ und sagen, dass Bestrafung hier nicht helfe. Vielmehr brauche auch der Täter Zuwendung und Aufmerksamkeit.

„Lass uns doch jetzt gleich mal ein Auto malen“, schlägt man dem kleinen Quälgeist zum Beispiel vor, „das kannst du doch so gut!“
Solche Anerkennung lenkt ihn ab von seiner aggressiven Haltung, er entspannt sich, und man kann beim Malen mit ihm vielleicht sprechen über das, was ihn selbst quält.

Ob groß oder klein: Schwächen schrumpfen, wenn man das Kind, den Menschen stärkt.