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Patchwork-Familien

Auf einmal gibt es da einen kleinen Bruder und eine gleichaltrige Schwester in der Familie – dabei kennt man die doch gar nicht! Wie kommen die eigenen Kinder mit der neuen Situation „Patchwork-Familie“ klar? Wie können Eltern dabei helfen?

Besonders Einzelkinder, an den Status „Prinz / Prinzessin“ gewöhnt, fühlen sich vom Thron gestoßen, wenn Mamas Freund mitsamt seinen Kindern die Klein- zur Großfamilie macht. Ab sofort muss geteilt werden – nicht nur der Platz, sondern vor allem die Zeit und die Aufmerksamkeit der Mutter. Diese Herausforderung machen etwa zehn Prozent der Kinder in Deutschland durch, und die wenigsten empfinden gleich Begeisterung darüber. Das ist ganz normal: In der Regel reagieren wir alle auf Veränderungen zunächst mit Zurückhaltung, Unsicherheit, Angst. Das gilt erst recht, wenn es um massive Umwälzungen geht, die engste und vertraute Umgebung betreffend.

Sich aneinander zu gewöhnen: Das dauert. Die Großen können einiges dafür tun, dass diese Gewöhnung zum Familiengefühl führt (statt nur zum „Ertragen“ der Situation). Erstmal reden: Wie ist der Max denn so? Was mag er und was nicht? Was macht die Julia gern, was mach´ ich selber gern? Womöglich gibt es Gemeinsamkeiten. Und vielleicht kann ein kleines Ritual helfen, im Alltag nach und nach die rechte Balance zu finden zwischen der Rücksicht auf den Anderen und auf die eigenen Bedürfnisse: Ein mal pro Woche zusammensetzen bei selbstgebackenem Kuchen und einander erzählen, was man auf dem Herzen hat. Wie schlichten wir Streit? Was müssen wir noch anders regeln, weil es so nicht gut funktioniert? Wie wollen wir uns gemeinsam belohnen für unsere Bemühungen umeinander?

Veränderungen zu stemmen bringt immer Gewinn: Kinder in Patchwork-Familien lernen Sozialkompetenz, ein Schatz fürs ganze Leben – genau wie die Freundschaften und engen Verbindungen, die entstehen können, wenn aus fremden Kindern „richtige“ Geschwister werden.

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