So kostbar sind Großeltern

Großeltern sind wichtige „Betreuungsinstanzen“ für Krippen- und Kindergarten-Kinder, wie das Deutsche Jugendinstitut festgestellt hat: Jedes dritte Kind wird von den Großeltern ein Mal pro Woche betreut – mindestens. Dabei hat sich das Rollenverständnis von Oma und Opa deutlich geändert. Und von einem guten und engen Enkel-Großeltern-Kontakt profitiert die ganze Familie.

Kaum eine Oma sitzt heute noch strickend im Lehnstuhl und füttert die Enkelkinder pausenlos mit selbstgebackenem Kuchen (auch wenn natürlich kein anderer besser schmeckt!), und auch Opas Rolle hat sich gewandelt. Großeltern sind heute fitter, interessierter und unternehmen viel. Zugleich sind ihre Lebenserfahrung, die gewonnene Gelassenheit und die Ruhe, die sie ausstrahlen, wertvolle und Orientierung bietende Eigenschaften in der Beziehung zu den Enkeln, die in einer Welt voller Lärm und Hektik aufwachsen.

Das Verhältnis zwischen Enkeln und Großeltern ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen im besten Sinn: Beide lernen voneinander. Oma und Opa lassen sich den Technikkram ihrer Enkel erklären, machen bei Computerspielen und an der Spielekonsole mit. Das hält auch den eigenen Kopf fit und wach.
Und die Enkel erfahren dabei, dass alte Menschen andere Geschwindigkeiten haben als sie selbst. Sie lernen, Rücksicht zu nehmen. Und wenn die Großeltern von früher erzählen, von der eigenen Kindheit, begreifen die Enkel, dass es ganz unterschiedliche Umstände gibt, in denen man groß wird, und dass sie das spätere Leben prägen.

Oma, Opa und Enkelkind können eine „verschworene Gemeinschaft“ bilden, die dem jungen Menschlein in manchen Problemlagen Halt gibt; die Großeltern können auch vermitteln in Konflikten zwischen den Kindern und ihren Eltern. Und weil ihre reiche Lebenserfahrung sie auch weise gemacht hat, lassen sie dabei Zurückhaltung walten und den Respekt vor der Tatsache, dass die Erziehung der Kinder letztlich Sache ihrer Eltern ist.

 

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