Soziale Regeln - Wann lernen Kinder das Miteinander?

„Oma hat gesagt, Mama kann nicht kochen!“ - Wenn der eigene Steppke so was vom Stapel lässt, dann haben alle Beteiligten plötzlich ein Problem – nur der Kleine nicht. Peinlich? Dieses Gefühl ist ihm noch ganz fremd. Wie reagiert man in so einer Situation am besten?

Wenn sich die Großen unterhalten oder auch nur laut denken und dabei vergessen, dass kleine Ohren so manches aufschnappen und arglos weitererzählen, kann das unangenehm werden. Davon haben Kinder im Kindergartenalter aber noch keine Ahnung. In dieser Phase des Lernens nehmen sie erstmal alles auf, was in ihrer Umwelt geschieht, was sie sehen und hören, und haben das Bedürfnis, davon zu berichten.

Dabei können sie noch gar nicht werten oder urteilen. Erst nach und nach lernt das junge Gehirn komplexe soziale Regeln wie zum Beispiel die, dass man einander nicht alles ungefiltert ins Gesicht sagt – und warum nicht. Auch die dafür nötige Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, ihre Gefühle nachzuempfinden, müssen sich die Kids erst aneignen.

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Dass es Mama wehtun könnte, wenn Oma sie so abkanzelt, kann der Kleine noch gar nicht begreifen. Und Mama tut gut daran, ihren verständlichen emotionalen Aufruhr dem Söhnchen gegenüber zu unterdrücken, ihm nicht etwa Redeverbot zu erteilen, sondern die Situation ruhig und in einfachen Worten zu erklären. So lernt der Kleine auf die beste Weise dazu. Er nimmt die Regeln des sozialen Miteinanders mit der Zeit wahr, versteht sie und richtet sich irgendwann danach. Und Oma? Die überrascht man vielleicht bald mal mit einem tollen, selbstgekochten Abendessen.

 

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