Hurra und oje: Ich werde Vater!

Die Stimmung im Badezimmer ist zum Zerreißen gespannt: Was zeigt das Stäbchen an? Da! Zwei rote Striche: „Wir sind schwanger!“ Überwältigende Emotionen, Freudentänze und –tränen, auch beim künftigen Papa. Anders als früher dürfen Männer heute Gefühle zeigen und zugeben, dass sie unsicher und voller Fragen und auch Ängste sind. „Schwangere“ Väter brauchen Vorbereitung und Unterstützung genau wie werdende Mütter.

Die Vaterrolle hat sich stark verändert. Noch für unsere Opas war der Mann kein Mann, wenn er sich für den „Frauenkram“ und sein Kind interessierte, bevor es groß genug war, dass er „was damit anfangen“ konnte. Heute wird man(n) für so eine Haltung eher schief angesehen. Aber sie kommt immer seltener vor; die meisten jungen Papas wollen von Anfang an genau Bescheid wissen, alles mitkriegen und helfen, so viel sie können.

Sich einer der größten Herausforderungen im Leben ganz bewusst zu stellen, nämlich der, einen kleinen Menschen zu versorgen, zu behüten und zu erziehen, wird damit belohnt, sie auch bestmöglich zu bewältigen. Es ist gut und sinnvoll, sich neben der gemeinsamen Geburtsvorbereitung mit der künftigen Mama einer ganz persönlichen zu widmen: dem zärtlichen Beziehungsaufbau zu dem ungeborenen kleinen Wesen im Bauch der Liebsten, aber auch allen Fragen und Ängsten in dieser neuen Situation.

Müssen Männer zum Vorbereitungskurs mitgehen oder bei der Geburt dabei sein? Manche möchten es nicht, und jeder sollte das auch frei entscheiden können. Ein „Muss“ ist selten gut, die Auseinandersetzung mit Themen und Problemen und die Frage nach dem Warum dagegen immer.

Toll, dass es heute auch Geburtsvorbereitungskurse für Männer gibt (Infos im Internet). Sie helfen dabei, besser zurechtzukommen mit einer der intensivsten Veränderungen im Leben; der Austausch mit anderen Vertretern des männlichen Geschlechts in der selben Lage tut gut und macht Mut. Psychisch gestärkte Papas in spe sind ruhiger, reagieren weniger hilflos und können ihre Partnerin viel besser unterstützen in der Zeit der Schwangerschaft und bei der Geburt – und sich schließlich voll auf das unbeschreibliche Gefühl einlassen, wenn sie das winzig kleine Wesen, das ihr Kind ist, zum ersten Mal im Arm halten.

 

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