Frustration bei Kindern - Frust ertragen lernen

„Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitermachen“: Ein Postkartenspruch, der schön zusammenfasst, wie wichtig Frustrationstoleranz im Leben ist. Wer mit Enttäuschungen gut fertig wird, hat es leichter, wird sich nicht so schnell entmutigen lassen oder resignieren. Wie können wir unsere Kinder dabei unterstützen?

Einen Wunsch nicht sofort erfüllt bekommen; geduldig abwarten, bis man dran ist; etwas Schwieriges immer wieder üben müssen: Es gibt jede Menge Gründe für Frust. Kinder lernen aber schnell, wie wir wissen. Und das können sich die Großen immer wieder zunutze machen. Wenn der Kleine das erste Mal versucht, selbst auf den Stuhl zu krabbeln, nicht gleich helfen – er schafft das schon, auch wenn er erst mal scheitert. Das Gefühl des Erfolgs ist nicht nur toll, sondern stärkt auch das Selbstwertgefühl. Die Prinzessin will etwas, Mama ist aber gerade am Telefon. Und sie signalisiert dem Kind eindeutig: Gleich, bitte warte, bis ich fertig bin. Das ist erst mal unangenehm für die Kleine, aber sie lernt: Es geht nicht immer nach meinem Kopf – eine wichtige Lektion für das spätere Miteinander, für die Beziehungsfähigkeit. Der Sohnemann soll den Tisch decken oder die Spülmaschine ausräumen helfen. Er hat wenig Lust dazu. „Na, lass mal, ist ja nicht so wichtig“? Nein, so sollte Papa nicht reagieren. Besser wäre: „Ja, ich weiß, ich hab ja auch oft keine Lust, aber es muss halt gemacht werden. Und du hilfst mir damit!“ Das motiviert. Und wer früh genug erfährt, dass es auch jede Menge Aufgaben gibt, die keinen Spaß machen, aber trotzdem erledigt werden müssen, wird sich damit später viel leichter tun.

 

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