Mit Kindern über den Tod sprechen

Mit Kindern über das Thema Sterben und Tod zu sprechen, ist eine Herausforderung. Wie können Sie Ihrem Kind das am besten erklären?

Über den Tod sprechen - ohne Angst

„Mama, was ist los mit `Schneeflöckchen´?“
Die vierjährige Sophie versteht nicht, warum sich ihr Meerschweinchen eines Morgens nicht mehr rührt. Wie kann die Mama ihrem Kind erklären, dass das Tier gestorben ist? 

Kindgerecht über ein schwieriges Thema wie den Tod zu sprechen ist eine Herausforderung. Dabei hilft es zu wissen, dass Kinder grundsätzlich unbefangen sind: Es gibt keine Berührungsängste, sondern einfach arglose Neugier.

Und wie wir Eltern mit den großen und kleinen Themen des Lebens umgehen, entscheidet mit darüber, wie unsere Kinder künftig darüber denken. Wir müssen und sollten den Nachwuchs nicht „schützen“ vor dem Thema Tod. Kinder sollen lernen, dass er zum Leben gehört, und sich angstfrei mit diesem Thema auseinandersetzen. 

Über den Tod sprechen - mit einfachen Antworten

Das zu ermöglichen fällt uns Erwachsenen deshalb schwer, weil nur wenige von uns die frühere Unbefangenheit bewahren konnten. Deshalb tun wir unseren Kindern einen großen Gefallen, wenn wir uns überwinden und in einfachen Worten ihre Fragen beantworten.

„Warum bewegt sich „Schneeflöckchen“ nicht mehr?“ – „Das Meerschweinchen ist gestorben.“

„Warum?“ – „Weil es alt oder sehr krank gewesen ist.“

Für die ganz Kleinen genügt das erstmal, mehr verstehen sie noch nicht.

„Was passiert jetzt mit „Schneeflöckchen“? – „Wir begraben es im Garten“.

Und dann wird das Tierchen in einem kleinen Ritual beerdigt. Das hilft beim Verstehen, beim Abschiednehmen, beim Ertragen der Traurigkeit. 

Kinder trauern ganz unterschiedlich

Kinder werden dem Tod weiterhin begegnen, und wir sollten Umschreibungen wie „Oma ist eingeschlafen“ nicht benutzen, denn das kann verunsichern und die Angst wecken, selbst nach dem Einschlafen womöglich nicht mehr aufzuwachen.

Die Vorstellung, dass „Schneeflöckchen“ und Oma im Himmel sind, hilft Kindern bei der Verarbeitung des Verlusts.
Trauer läuft bei ihnen ganz unterschiedlich ab: Schnelle Wechsel zwischen Weinen und fröhlichem Toben, Rückzug, oder auch gar keine Anzeichen von Traurigkeit – all das ist möglich.

Wichtig ist, aufmerksam und ansprechbar zu bleiben. Sophie und Mama haben nach der Beerdigung von „Schneeflöckchen“ noch eine Kerze für das Tierchen aufgestellt. Das hat Sophie gefallen.